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Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 BeitrĂ€ge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  NĂ€chste
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BeitragVerfasst: Di Mai 15, 2018 12:37 pm 

Registriert: Sa Aug 13, 2005 10:21 pm
BeitrÀge: 226
Wohnort: MĂŒnchen
Zitat:
Als ich das Alter der betroffenen Person hörte, ĂŒberkam mich irgendwie dieses "...das war bestimmt soÂŽn kleiner Superman aus dem Stellwerksim".

Man könnte jetzt alle möglichen UnfĂ€lle durchgehen und das Alter der Fahrdienstleiter analysieren. Finden wĂŒrde man da mit Sicherheit jede Altersgruppe.
Zitat:
und wie kann man in Aichach einen stehenden Zug vergessen? Ist es die Ausbildung, sind die Leute nicht mehr richtig bei der Sache, fehlt das technische Hintergrundwissen, die Konzentration oder setzt man nur noch auf die Technik

In Aichach oder auch Utting kann man auf keine Technik setzen, weil schlicht keine Technik vorhanden ist. Klar, es gibt ein Stellwerk das es verhindert die Weiche unter dem fahrenden Zug umzustellen, und es gibt auch einen Streckenblock der die Ausfahrt in eine noch besetzte Strecke verhindert. Was es nicht gibt ist eine Gleisfreimeldung, die eine Einfahrt in ein besetztes Gleis verhindert. Hier ist der Fahrdienstleiter komplett auf sich selbst gestellt. Die Ausbildung kann man in diesem Fall auch ausschließen, die Tatsache, dass es keine Gleisfreimeldung gibt, nicht zu wissen ist ausgeschlossen.

Zitat:
Ist das die MentalitÀt der Bayern?

Und der Unfall in Meerbusch und der Beinaheunfall in Wuppertal ist dann die MentalitĂ€t der RheinlĂ€nder? Und die UnfĂ€lle in Hosena, Karower Kreuz etc. die MentalitĂ€t der Preußen?

Zitat:
Auf veraltete Technik hat man sich als meines Erachtens ganz besonders einzustellen, denn reizvoll ist sie allemal und erfordert das entsprechende Maß an Aufmerksamkeit. Das muss man nicht erklĂ€rt bekommen, das sollte ein menschlicher Automatismus sein. Daher finde ich es unerhört, dass man - wie in dem aktuellen Fall - erneut sowas wie Schuldverschiebung praktiziert und sich alle um Kopf und Kragen reden und sogar noch ein Kollege des Betroffenen Fdl fĂŒr in die Bresche springt und einer auf "scheiss Technik" gemacht wird. Der junge Mann kannte die Gegebenheiten und hatte einen einzigen Zug zu koordinieren. Das ist nicht nur peinlich sondern aus meiner Sicht auch kein echter Eisenbahner. Oder doch?


Sicherheit hat viele Aspekte. Es gibt statistische Fragen, es gibt technische Fragen, es gibt aber - sobald Menschen beteiligt sind - auch eine psychologische Komponente. Die psychologische kann man ganz einfach zusammenfassen mit "jeder Mensch macht Fehler", oder wenn es unbedingt religiös sein muss kann man auch Jesus zitieren mit "Wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein" (manchmal finden auch "UnglÀubige" wie ich passende Zitate in der Bibel).

Hast Du noch nie einen Fehler gemacht? Das Essen auf dem Herd vergessen, einen Termin ĂŒbersehen, Verschlafen, etwas im Bus liegen lassen, vergessen etwas einzukaufen, ....?

Wahrscheinlich wirst Du sagen dass man das nicht vergleichen kann, einen Termin zu vergessen ist ja nicht sicherheitsrelevant? Das mag fĂŒr Termine stimmen, fĂŒr das Essen auf dem Herd aber schon wieder nicht. Letztendlich ist es aber egal, ob der Fehler in der Freizeit oder auf der Arbeit im Stellwerk passiert - es handelt sich um die gleiche Fehlerursache. FĂŒr diese Fehlerursache gibt es u.a. den Begriff "Augenblicksversagen".

FĂŒr einen Fahrdienstleiter auf einem Stellwerk ohne Gleisfreimeldung ist die technisch nicht vollstĂ€ndig gesicherte Einfahrt in ein Gleis genauso Alltag wie fĂŒr uns das Abstellen (und Vergessen) einer Tasche auf dem Nachbarsitz im Bus. NatĂŒrlich ist sich jeder Fahrdienstleiter der Gefahr bewusst, trotzdem ist solche Routine (gerade in Betriebsstellen mit extrem stumpfsinniger Arbeit wie z.B. in Aichach) sehr gefĂ€hrlich. Das ist ein bekanntes Problem und auch der Grund, warum man ĂŒberhaupt so technisch hochgerĂŒstete Stellwerke baut. So etwas hat auch nichts mit mangelnder Erfahrung, fehlendem Bewusstsein fĂŒr die Gefahr o.Ă€. zu tun - Augenblicksversagen kann jeden Treffen.

Im Gegensatz zum Augenblicksversagen des Fahrdienstleiter ist die fehlende NachrĂŒstung von essentiellen Sicherungen im Stellwerk durch DB Netz etwas, was bewusst und mit Kenntnis der Konsequenzen entschieden wurde, um Geld zu sparen.

Wozzap hat geschrieben:
Zum Fahrdienstleiter von Bad Aibling: hast du den am Handy spielen sehen? Glaube nicht.


Im Fall von Bad Aibling ist allerdings gerichtlich festgestellt worden, dass der Fahrdienstleiter am Handy gespielt hat. Allerdings geht aus den zeitlichen Angaben, die durch die Portale Rosenheim24/Mangfall24 im Prozess mitgeschrieben wurden, auch eindeutig hervor, dass er mit Beginn der (vermeintlichen) Störung das Handy wohl zur Seite gelegt hat, und es nach einigigen Minuten nur noch einmal kurz nochmal zur Hand genommen hat um das Spiel zu beenden.

Die Verurteilung basiert hier nicht darauf dass der Fahrdienstleiter wĂ€hrend der RĂ€umungsprĂŒfung oder BlockabschnittsprĂŒfung mit dem Handy gespielt hat, sondern darauf, dass eine Psychologin ausgesagt hat dass ein Handyspiel auch nach der Beendigung "nachwirkt". Eine Rolle fĂŒr die relativ harte Strafe dĂŒrfte auch gespielt haben dass der Richter in dem Prozess bekannt fĂŒr besonders harte (und manchmal auch zu harte) Urteile im Bereich der fahrlĂ€ssigen Tötung ist.

Ob das Handyspiel wirklich die Ursache (oder die einzige Ursache) gewesen ist ist nach wie vor nicht öffentlich bekannt, da der Unfalluntersuchungsbericht momentan noch zurĂŒckgehalten wird. Aus den Aussagen der Bundesstelle fĂŒr Eisenbahnunfalluntersuchung im Prozess geht jedenfalls hervor dass es Unstimmigkeiten bei den Relaisschaltungen sowie in den betrieblichen Regeln in Bad Aibling gab - allerdings wurde von der BEU trotzdem der Fahrdiensleiter als alleiniger Verursacher benannt. Es ist also völlig unklar ob diese Unstimmigkeiten Einfluss auf den Unfallablauf hatten.

Interessant ist aber auch das Ende im Zwischenbericht wo darauf verwiesen wurde, dass die Untersuchung der betrieblichen und technischen Themen aufgrund der großen KomplexitĂ€t noch nicht abgeschlossen ist.

Solange der Abschlussbericht noch nicht veröffentlicht ist bin ich nach wie vor der Meinung dass man mit Aussagen zur Ursache des Unfalls sehr zurĂŒckhaltend sein sollte - da können durchaus noch interessante Aspekte auftauchen.


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BeitragVerfasst: Di Mai 15, 2018 7:33 pm 
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Registriert: So Apr 08, 2007 5:56 pm
BeitrÀge: 214
Hallo Wozzapp,

also als Ausbilungsberuf nennt es die Deutsche Bahn naa ?? Fahrdienstleiter was fĂŒr eine Überraschung 8)
siehe DB-Homepage:
https://karriere.deutschebahn.com/karri ... ng-2650412

außer in bestimmten Regionen wird daraus ein Zugnavigator
https://jobs.deutschebahngroup.careers/ ... 8-NRW/7165

bzw. Zuglotse
https://jobs.deutschebahngroup.careers/ ... ngen-/7074

Die Masse wird aber als Quereinsteiger gesucht,da ja ĂŒberall auf den Altanlagen Leute in den Ruhestand gehen.
https://jobs.deutschebahngroup.careers/ ... nd-U/15380


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BeitragVerfasst: So Mai 20, 2018 4:44 pm 

Registriert: Do Sep 08, 2016 10:31 am
BeitrÀge: 148
Servus zusammen,

was mich an den ganzen Diskussionen stört, ist, dass von "veralteter Technik" gesprochen wird - oft mit der Forderung verbunden, diese auf "moderne", computergestĂŒtzte Technik umzustellen. Ich - bin auf dem Gebiet Laie - halte dies nicht fĂŒr gerecht. Gerade dass mechanische und Relaisstellwerke nach wie vor technisch einwandfrei funktionieren (Stellwerkstörungen gibts auch bei EstWs), zeigt doch die technische ZuverlĂ€ssigkeit dieser. Was natĂŒrlich ein Problem ist, ist, wenn eine Fehlbedienung gemacht wird, aber dafĂŒr kann die Technik an sich erst mal nichts dafĂŒr.

Stellt man dem moderne Computertechnologie gegenĂŒber ergeben sich andere Probleme bezĂŒglich der Sicherheit:

Wie sind diese gegen virtuelle Angriffe und Manipulation geschĂŒtzt? Wie wird sichergestellt, dass die Software keine Bugs aufweist, welche ebenso fatale Folgen haben können etc. etc?

Der eigentliche Knackpunkt ist aber folgender:

Egal welchen Bereich des Lebens wir betrachten, ĂŒberall geht es inzwischen nur noch um Gewinmaximierung und Kostenreduzierung bei entsprechend geringem Personalaufwand. Dies kann und wird auf Dauer nicht gut gehen. Gewisse Dinge kann man eben nicht mit Minimalst-Ausstattung (Material und Personal und entsprechender FĂŒrsorge fĂŒr beide) durchfĂŒhren ohne dass es dann zu entsprechenden Folgen / Ergebnissen kommt. Entsprechende moderne Technik wird leider nicht mehr unter dem Gesichtpunkt "UnterstĂŒtzung" angewendet und eingesetzt, sondern als "ArbeitsdurchfĂŒhrungsorgan / Arbeitnehmer". Dies halte ich besonders in gewissen Bereichen fĂŒr Ă€ussert fatal.


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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 12:05 am 
Erbauer

Registriert: Mo Dez 29, 2008 1:52 pm
BeitrÀge: 49
Wohnort: Berlin
Lampenputzer hat geschrieben:
Dazu komt gerade bei den jungen HĂŒpfern noch dazu, das sie nur noch die Spartenausbildung haben, also Stellwerk und nicht mehr wie frĂŒher durch den ganzen Eisenbahnbetrieb ausgebildet wurden.


Manche Leute "genießen" nur eine wie von Dir genannte "Spartenausbildung", viele durchlaufen dennoch die 3-jĂ€hrige Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg (Fahrdienstleiter), bei der bis zur ZwischenprĂŒfung die Inhalte mit der Ausbildung zum Tf gleich sind. Bei dieser Ausbildung ist viel Praxiseinsatz vorgesehen.

NatĂŒrlich gibt es auch die besonders kurze Ausbildung fĂŒr z. B. Quereinsteiger. Weil chronischer Personalmangel herrrscht und Investitionen in Personal und dessen Qualifizierung jahrelang versĂ€umt wurden.

Aber es ist richtig, dass heute nicht mehr der komplette Eisenbahnbetrieb in der Ausbildung durchlaufen wird, evtl. nur kurz angeschnitten.

_________________
A- und Z-Designer Berlin S-Bahn

Nicht jeder, der aus dem Rahmen fÀllt, war vorher auch im Bilde.


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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 2:10 pm 
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Registriert: Di MĂ€r 04, 2014 7:25 pm
BeitrÀge: 264
Wohnort: Mannheim
Kohletender hat geschrieben:
Stellt man dem moderne Computertechnologie gegenĂŒber ergeben sich andere Probleme bezĂŒglich der Sicherheit:

Wie sind diese gegen virtuelle Angriffe und Manipulation geschĂŒtzt? Wie wird sichergestellt, dass die Software keine Bugs aufweist, welche ebenso fatale Folgen haben können etc. etc?

Hallo Kohletender,

um dir kurz diese Frage/n zu beantworten: Elektronische Stellwerke bilden trotz der Computertechnik ein geschlossenes System. Sprich diese Systeme haben keine Schnittstelle, mit der man digital von Außen in die Stellwerkstechnik eingreifen könnte. Bugs stellen ebenfalls kein Problem dar, da bei Unstimmigkeiten bei den Stellbefehlen von Software an Hardware die Hardware den Stellbefehl nicht ausfĂŒhrt und die Software eine Fehlermeldung ausspuckt. Bevor ein Stellwerk an's Netz geht, werden jedoch nahezu alle möglichen Szenarien, die man an dem Stellwerk haben könnte, simuliert und so gegebenenfalls auftretende Fehler/Bugs behoben.

Zum Thema "veraltete Technik": die Technik ist alt. Sehr alt. Teilweise ĂŒber 100 Jahre. Und es gibt modernere Technik.
Der Casus knacktus ist der, dass man die alte Technik nun mit moderner Technik nachrĂŒsten KÖNNTE, um so die Folgen von menschlichen Fehlern zu minimieren. Dies wurde jedoch aufgrund der hohen Kosten in zahlreichen Stellwerken bis jetzt nicht getan.
Seit dem Unfall von Leese-Stolzenau (gleichartiges Ereignis) hat das EBA eine Sicherheitsempfehlung veröffentlich, in der es empfiehlt, Stellwerke ohne GFA (Gleisfreimeldeanlage) einer PrĂŒfung zu unterziehen, in der ermittelt wird, wie hoch das Gefahrenpotenzial ist und ggfs. das Stellwerke bei einem hohen Gefahrenpotenzial mit einer GFA nachzurĂŒsten.

DerSchweigsame hat geschrieben:
Soweit ich weiß -man darf mich gerne korrigieren- ist die langsamste Geschwindigkeit bei Nacht und schlechten SichtverhĂ€ltnissen,
die ein TF einhalten muss 3 km/h.

Hallo DerSchweigsame, wenn ich ein Hp1 habe, fahre ich meine Fahrplangeschwindigkeit, auch bei Nacht und schlechten SichtverhĂ€ltnissen. DafĂŒr fĂ€hrt die Eisenbahn schließlich im Raumabstand und nicht auf Sicht. Was du bestimmt meinst, ist das Fahren auf Sicht. Hier gilt generell der Grundsatz "nur so schnell dass rechtzeitig vor [sinngemĂ€ĂŸ] Gefahrenstellen angehalten werden kann". Bei Dunkelheit UND schlechten SichtverhĂ€ltnissen bedeutet dies eine entsprechend geringe Geschwindigkeit. Sie liegt aber letztendlich im Ermessen des TriebfahrzeugfĂŒhrers. Viele Unternehmen haben fĂŒr diese FĂ€lle zusĂ€tzlich Weisungen, die die Geschwindigkeit dann auf maximal 5 km/h begrenzen zusĂ€tzlich zum Grundsatz.

Zu deiner Aussage, dass die Zahl der UnfĂ€lle/VorfĂ€lle bei der Eisenbahn seit Jahren konstant hoch sei in Deutschland, wĂŒrde ich gerne mal eine Quelle sehen.


So, auch mal meinen Senf dazugegeben.

MfG von einem angehenden Tf, TrainsAndOtherStuff

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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 2:29 pm 

Registriert: Do Sep 08, 2016 10:31 am
BeitrÀge: 148
@TrainsAndOtherStuff:

Danke fĂŒr die ErlĂ€uterung. Aber ich sehe die immer mehr computergestĂŒtzen Systeme dennoch kritisch. Mechanische Stellwerke lassen sich nach meinem dafĂŒrhalten auch noch dann bedienen, wenn der Strom mal weg ist oder elektronische Fehler auftregen, was bei Estws nicht der Fall sein dĂŒrfte. Bei letzterem steht dann wirklich alles. Dies meinte ich mit dem Punkt von "genereller ZuverlĂ€ssigkeit".


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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 2:55 pm 
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BeitrÀge: 264
Wohnort: Mannheim
Kohletender hat geschrieben:
Danke fĂŒr die ErlĂ€uterung. Aber ich sehe die immer mehr computergestĂŒtzen Systeme dennoch kritisch. Mechanische Stellwerke lassen sich nach meinem dafĂŒrhalten auch noch dann bedienen, wenn der Strom mal weg ist oder elektronische Fehler auftregen, was bei Estws nicht der Fall sein dĂŒrfte. Bei letzterem steht dann wirklich alles. Dies meinte ich mit dem Punkt von "genereller ZuverlĂ€ssigkeit".

1. Bitteschön.

2. Auch mechanische Stellwerke sind auf Strom angewiesen (Signalbeleuchtung, Funk, bei elektromechanischen Stellwerken die elektronischen Stellimpulse). Auch mechanische Stellwerke haben Batterien im Keller, die den Betrieb im Falle eines Stromausfalls eine gewisse Zeit lang aufrechterhalten können ;)

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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 5:40 pm 

Registriert: Do Sep 08, 2016 10:31 am
BeitrÀge: 148
@TrainsAndOtherStuff:

Ich denke aber, dass rein mechanische Stellwerke im "Vorteil" sind, was z.B. "Weichenstörungen" anbelangt, da solche z.B. dann "real-mechanisch" bedingt sein dĂŒrften und zur not dann eben noch von Hand umgelegt werden können, was bei EST-Stellerken nicht so einfach sein dĂŒrfte. Wenn ich falsch leigen sollte, lasse ich mich gerne korrigieren. Mir ist natĂŒrlich - auch als Laie - bewusst , dass auch ein entsprechendes Störunghandling bei mechanischen Stellerken, einer besonderen Aufmerksamkeit und entsprechendes Personal vor Ort bedarf.

Aber auch um wieder auf das Thema an sich zurĂŒckzukommen:

Ich halte es fĂŒr Fatal, wenn von allen Seiten von vorne Herein gewisse Sachverhalte als "erwiesen" angenommen werden, OHNE dass diese bewiesen sind. Diese Vorverurteilungen kenne ich auch bezĂŒglich meines Berufes:

Straße - LKW.


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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 6:02 pm 
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Registriert: Di MĂ€r 04, 2014 7:25 pm
BeitrÀge: 264
Wohnort: Mannheim
Hallo Kohletender,

bei sowas wie Weichenstörungen ist sicherlich ein mechanisches Stellwerk von Vorteil, da man dort "mal schnell von Hand" die Weiche umstellen kann.
Jedoch ist das Sicherheitsniveau dafĂŒr geringer als bei Spurplanstellwerken. Was nun fĂŒr dich schwerer wiegt, musst allein du entscheiden.

Kohletender hat geschrieben:
Ich halte es fĂŒr Fatal, wenn von allen Seiten von vorne Herein gewisse Sachverhalte als "erwiesen" angenommen werden, OHNE dass diese bewiesen sind.

Da bin ich voll und ganz auf deiner Seite. Ich persönlich halte absolut nichts von Vorverurteilungen und "Expertenmeinungen", die den Unfall drei Stunden, nachdem er passiert ist, bis in's kleinste Detail rekonstruieren können. DafĂŒr gibt es das BEU, welches sich der Unfalluntersuchung bereits angenommen hat.

Einen schönen Abend wĂŒnscht
TrainsAndOtherStuff

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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 7:20 pm 

Registriert: So Jul 16, 2017 11:59 am
BeitrÀge: 17
TrainsAndOtherStuff hat geschrieben:
Zu deiner Aussage, dass die Zahl der UnfĂ€lle/VorfĂ€lle bei der Eisenbahn seit Jahren konstant hoch sei in Deutschland, wĂŒrde ich gerne mal eine Quelle sehen.


Zwar widerstrebt es mir immer, zu solchen SĂ€tzen Stellung zu nehmen,
weil diese auch immer eine unnötige Kritik an der anderen Person beinhalten,
mittels der Wertung einer "Nicht-besser-wissen-und-nur-Annahmen--Behauptungen-die-wahrscheinlich-unwahr-sind"
wenn ggf. auch nur indirekt,
aber ich werde hier dennoch, aber einmalig, darauf eingehen,
auch wenn du durch selbststÀndige TÀtigkeit, die Aussagen meiner Person,
an logisch nachvollziehbaren Stellen, selbst hĂ€ttest ĂŒberprĂŒfen können.

(Bin der Meinung, dass immer, wenn man die Aussagen des Anderen nicht glauben kann/möchte,
man selbst immer den Gegenbeweis anbringen sollte, und dann Beweise vorlegen sollte,
statt die Aussagen des Anderen (von der Anderen Person durch Quellen) selbst beweisen zu lassen.
Nur so kann man sicherstellen, dass man der anderen Person nur dann eine vor-den-Latz knallt,
wenn die Person in Unrecht war und falsche Tatsachenbehauptungen ausgeschrieben hat,
was ich in meinem Fall nicht einsehen möchte, da s.u. .
Dieses Misstrauen und nicht-selbst-nachprĂŒfen-wollen in der heutigen Gesellschaft stört mich einfach nur noch.
Alles kritisch sehen, aber meist nicht selbstkritisch sein wollen. Das war auch sehr allgemein und nicht auf dich alleine bezogen.)

Ich hoffe, dass dieser Absatz nicht ĂŒberheblich oder beleidigend klingt, es ist mir schwer gefallen diesen zu formulieren,
ohne abwertend zu klingen und dennoch meine Meinung dazu zu schreiben.


Außerdem, und das möchte ich nochmals betonen,
schrieb ich, dass die Zahlen "in Etwa" gleich hoch sind.
Mal höher und mal niedriger, aber in Etwa immer auf dem gleichen Stand.

Dass die FĂ€lle der RotlichtverstĂ¶ĂŸe in den letzten zwei Jahren "stark" gestiegen sind,
habe ich einmal außen vor gelassen und nicht erwĂ€hnt,
da ich nicht sinnlos SchÀrfe in die Diskussion bringen wollte,
und da auch zwei Höchstwerte hintereinander nicht bedeuten mĂŒssen,
dass sich diese Punkte dauerhaft einpendeln, somit auf diesem Stand verbleiben werden.
Dies konnte man z.B. bei den FĂ€llen der "Störung durch Fehlhandlung sehen", die nach damaligen VerhĂ€ltnissen deutlich zurĂŒck und nun auf etwa gleichen Niveau -vorerst- geblieben sind.
(ohne Vermutungen oder Ursachen heranzuziehen)

NĂ€her verglichen hatte ich nur die letzten drei Publikationen miteinander,
konnte jetzt aber bei erneuter (flĂŒchtiger) PrĂŒfung auch in anderen Publikationen
"in Etwa" immer das gleiche Niveau feststellen.
Mal etwas oder drastisch nach oben, mal etwas oder drastisch nach unten,
aber in der Regel "in Etwa" immer gleich und ĂŒber Jahre hinweg betrachtet, somit "in Etwa" konstant,
ohne dass man bei den einzelnen Werten von einer dauerhaften Verbesserung oder Verschlechterung bisweilen reden konnte,
meiner Meinung nach.

Zudem muss man hierbei betonen, dass natĂŒrlich nur FĂ€lle berĂŒcksichtigt werden konnten,
die auch vorschriftsgemĂ€ĂŸ gemeldet und erfasst worden sind.
Ich gehe davon aus, dass dies immer geschehen ist und die Zahlen mit den tatsĂ€chlich meldungsrelevanten FĂ€llen exakt ĂŒbereinstimmt,
denn etwas Anderes kann ich nicht beweisen,
solange ich nicht vor Ort und Zeuge des Geschehens war.

Bitteschön:
https://www.eisenbahn-unfalluntersuchun ... .live21302

Was es mich angeht, so bin ich ab jetzt hier aus der Diskussion raus und werde die auch nicht weiter verfolgen.
Viel Spaß allen noch.

By the way fĂŒr Alle:
Das BEU gab es bis "vor Kurzem" nicht, sondern die EUB.
Deswegen bitte nicht wundern, darum die Publikationen von der EUB stammen.
Damals hieß die Behörde eben noch "Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle des Bundes".

Beste GrĂŒĂŸe


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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 7:29 pm 

Registriert: Fr MĂ€r 09, 2012 11:59 am
BeitrÀge: 461
Wohnort: bei Landau
Kohletender hat geschrieben:
Ich denke aber, dass rein mechanische Stellwerke im "Vorteil" sind, was z.B. "Weichenstörungen" anbelangt, da solche z.B. dann "real-mechanisch" bedingt sein dĂŒrften und zur not dann eben noch von Hand umgelegt werden können, was bei EST-Stellerken nicht so einfach sein dĂŒrfte.
Bei so ziemlich jeder neuen/anderen Technik werden sich Situationen finden lassen, in denen sie Nachteile gegenĂŒber der vorher verwendeten hat. Schlussendlich ist das aber abzuwĂ€gen gegen die Vorteile, die sie möglicherweise in anderen Situationen bietet. Insbesondere ist auch von Bedeutung, wie oft die eine oder andere Situation auftritt. Sprich: An einer Technik festzuhalten, nur weil sie in einer Ausnahmesituation einen kleinen Vorteil hat, ansonsten aber viele Nachteile und Risiken mit sich bringt, ist oft nicht klug. (ErlĂ€uterndes Video dazu.)

David


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BeitragVerfasst: Mo Mai 21, 2018 10:09 pm 
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Registriert: Di MĂ€r 04, 2014 7:25 pm
BeitrÀge: 264
Wohnort: Mannheim
DerSchweigsame hat geschrieben:

Vielen Dank fĂŒr deine Quellen.

Schade, dass du dich persönlich angegriffen gefĂŒhlt hast; dies war definitiv nicht meine Absicht. Dass du dann derart abwertend reagierst, ist umso bedauerlicher (ja, ich habe gelesen, dass du versucht hast, dich möglichst neutral auszudrĂŒcken. Dies ist dir allerdings meiner Meinung nach nicht allzu gut gelungen.)

Wie dem auch sei, hier noch eine kleine ErklĂ€rung fĂŒr meine Frage:
In den Kreisen, in denen ich beruflich verkehre, ist es ĂŒblich, dass man eine Behauptung mit einer Quelle belegt. Daher meine Frage.
Sicherlich hÀtte ich auch selbst suchen können. Jedoch habe ich die Behauptung ja nicht aufgestellt.

In diesem Sinne.

MfG, TrainsAndOtherStuff

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BeitragVerfasst: Di Mai 22, 2018 5:05 pm 
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Registriert: So Apr 08, 2007 5:56 pm
BeitrÀge: 214
Hallo TrainsAndOtherStuf,


Zitat:
2. Auch mechanische Stellwerke sind auf Strom angewiesen (Signalbeleuchtung, Funk, bei elektromechanischen Stellwerken die elektronischen Stellimpulse).
Auch mechanische Stellwerke haben Batterien im Keller, die den Betrieb im Falle eines Stromausfalls eine gewisse Zeit lang aufrechterhalten können


Da wirfst du jetzt aber was durcheinander :-)

Mechanische Stellwerke benötigen keine Batterien im Keller,denn bei ihnen geht alles wie der Name schon sagt mechanisch.Sie brauchen auch keine Signalbeleuchtung, denn bei mechanischen Signalen gilt auch des nachts immer noch das Tagessignal des soliden mechanischen SignalflĂŒgels.Das ist nur fĂŒr die Tf doof, weil sie natĂŒrlich diesen erst zu spĂ€t sehen und dann durch den Wau-Wau drastisch an das Halt zeigende Signal erinnert werden :-)


Bei elektro-mechanischen Stellwerken hast du Batterien als Notversorgung fĂŒr die Antriebe der Weichen und Signale und zwar aus dem einfachen Grunde,weil in Deutschland zur Zeit der Entwicklung dieser Stellwerke die öffentliche Versorgungsspannung noch 110 Volt Gleichstrom betrug und nicht sehr zuverlĂ€ssig war.Deswegen haben die ersten Stellwerke eine Batteriegespeiste Stellstromversorgung von
-AEG 150 Volt
-JĂŒdel 140 Volt
-S&H 120 Volt
erhalten.
Erst nach dem 2. Wk wurde die noch heute eingesetzte Stellspannung von 136 Volt als Standard eingefĂŒhrt.


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BeitragVerfasst: Di Mai 22, 2018 5:22 pm 

Registriert: Sa Aug 13, 2005 10:21 pm
BeitrÀge: 226
Wohnort: MĂŒnchen
Lampenputzer hat geschrieben:
Zitat:
2. Auch mechanische Stellwerke sind auf Strom angewiesen (Signalbeleuchtung, Funk, bei elektromechanischen Stellwerken die elektronischen Stellimpulse).
Auch mechanische Stellwerke haben Batterien im Keller, die den Betrieb im Falle eines Stromausfalls eine gewisse Zeit lang aufrechterhalten können


Da wirfst du jetzt aber was durcheinander :-)

Nein, tut er nicht :-)

Zitat:
Mechanische Stellwerke benötigen keine Batterien im Keller,denn bei ihnen geht alles wie der Name schon sagt mechanisch.

Es gibt nur sehr wenige mechanische Stellwerke bei denen wirklich alles mechanisch funktioniert. Tastensperren ĂŒber Blockfeldern, Gleichstromblockfelder, Hebelsperren an Weichen- und Signalhebeln, elektrische SignalflĂŒgelkupplungen, elektrisch angetriebene Vorsignale, Ersatzsignale, Lichtsperrsignale, Gleisfreimeldung, RĂŒckmelder und vieles mehr funktionieren auch bei mechanischen Stellwerken nur, wenn auch Strom vorhanden ist. Wie viel ohne Strom noch geht hĂ€ngt vom konkreten Stellwerk ab - da ist alles möglich zwischen keinerlei FunktionseinschrĂ€nkung und man bekommt kein einziges Signal auf Fahrt - wobei man die Stellwerke wo es keine FunktionseinschrĂ€nkung gibt vermutlich so langsam an einer Hand abzĂ€hlen kann.

Zitat:
Sie brauchen auch keine Signalbeleuchtung, denn bei mechanischen Signalen gilt auch des nachts immer noch das Tagessignal des soliden mechanischen SignalflĂŒgels.Das ist nur fĂŒr die Tf doof, weil sie natĂŒrlich diesen erst zu spĂ€t sehen und dann durch den Wau-Wau drastisch an das Halt zeigende Signal erinnert werden :-)

Ganz so einfach ist es dann auch nicht. NatĂŒrlich gelten die Tagzeichen auch nachts, aufgrund der schlechteren Sichtbarkeit muss der Tf aber informiert werden, was eine gewisse Betriebsbehinderung ist
"Wenn dem Bediener bekannt wird, dass das Nachtzeichen eines Formhauptsig-
nals vollstĂ€ndig oder teilweise erloschen ist, muss er die ZĂŒge am letzten rĂŒckge-
legenen Hauptsignal anhalten und den TriebfahrzeugfĂŒhrer mĂŒndlich von der Un-
regelmĂ€ĂŸigkeit verstĂ€ndigen. "
Zitat:
Bei elektro-mechanischen Stellwerken hast du Batterien als Notversorgung fĂŒr die Antriebe der Weichen und Signale und zwar aus dem einfachen Grunde,weil in Deutschland zur Zeit der Entwicklung dieser Stellwerke die öffentliche Versorgungsspannung noch 110 Volt Gleichstrom betrug und nicht sehr zuverlĂ€ssig war.Deswegen haben die ersten Stellwerke eine Batteriegespeiste Stellstromversorgung von
-AEG 150 Volt
-JĂŒdel 140 Volt
-S&H 120 Volt
erhalten.

Das ergibt so wenig Sinn - bei Speisung mit 110V Gleichspannung wird man sicherlich keine Batterien mit Spannung >110V verbauen.

Dass man Batterien verbaut ist ausschließlich aus GrĂŒnden der Ausfallsicherheit sowie zum Abdecken von Leistungsspitzen, und auch bei Relaisstellwerken und elektronischen Stellwerken der Fall - diese werden alle aus zwischengeschalteten Batterien versorgt. Wichtige Stellwerke haben darĂŒber hinaus einen Notstromdiesel, weniger wichtige Anlagen dagegen grĂ¶ĂŸere Batterien sowie die Möglichkeit zum Anschluss eines fahrbaren Netzersatzaggregats.


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BeitragVerfasst: Di Mai 22, 2018 7:08 pm 
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Registriert: Di MĂ€r 04, 2014 7:25 pm
BeitrÀge: 264
Wohnort: Mannheim
Lampenputzer hat geschrieben:
Da wirfst du jetzt aber was durcheinander :-)

Moin Lampenputzer,

dann frage ich mich aber gerade, warum alle mechanischen Stellwerke, auf denen ich bisher war, Batterien im Keller stehen haben.... *nachdenk*

Aber BorisM hat ja schon eine ausfĂŒhrliche ErklĂ€rung geliefert (Danke dafĂŒr! :D :wink: )

MfG, TrainsAndOtherStuff

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