GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Off-Topic STS-Forum, hier darf frei über Nicht-STS-Themen gesprochen werden. Je mehr es aber mit dem Grundthema zu tun hat, desto besser.

Moderatoren: Stellwerk-Admin, Moderatoren

GuyD
Erbauer
Beiträge: 1138
Registriert: So Jul 08, 2007 11:37 pm

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von GuyD »

Nun liegen langsam fast alle Puzzleteile auf dem Tisch, es fehlen nur noch wenige. Nun kann man langsam mit dem Zusammensetzen beginnen.
Chrisiiii
Erbauer
Beiträge: 171
Registriert: Mi Aug 22, 2018 10:09 am
StiTz: 740547

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von Chrisiiii »

Züge habe 2 spitzensignale gehabt. Die Autos dann auch. Jetzt haben die Züge 3 gebraucht.
A- und Z Designer Merxferri

Aktuelle Projekte in Merxferri:Querhorster Kreuz

Hier könnte Ihre Werbung stehen.
floflo
R-Admin [Thüringen, Zug-Schattenregion]Erbauer
Beiträge: 2938
Registriert: Sa Aug 24, 2013 4:46 pm
StiTz: 723247

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von floflo »

Ich erbarme mich dann mal :lol:
Bis 1993 wurden im französischen Straßenverkehr gelbe Scheinwerfer im Straßenverkehr genutzt. Im Umkehrschluss konnte man bei der Eisenbahn auf das Dreilichtspitzensignal verzichten und nur 2 weiße Lichter nutzen (da ein Missverständnis durch den Unterschied gelb - weiß nicht möglich war). Als dann aber im Jahre 1993 durch die EU weiße Lichter mehr oder weniger vorgeschrieben wurden im Straßenverkehr und Frankreich dann entsprechend nachzog, musste der Eisenbahnverkehr auf das Dreilichtspitzensignal umgestellt werden, damit hier wieder eine genaue Unterscheidung zwischen Straßenfahrzeug und Schienenfahrzeug möglich wurde.
R-Admin Thüringen
Erbauer in der Region Baden-Württemberg, Großbritannien und in einem Großteil der Schweiz (Tessin usw.)
Chrisiiii
Erbauer
Beiträge: 171
Registriert: Mi Aug 22, 2018 10:09 am
StiTz: 740547

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von Chrisiiii »

Ah, ok. War ja echt schwer...
A- und Z Designer Merxferri

Aktuelle Projekte in Merxferri:Querhorster Kreuz

Hier könnte Ihre Werbung stehen.
GuyD
Erbauer
Beiträge: 1138
Registriert: So Jul 08, 2007 11:37 pm

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von GuyD »

Somit gelöst! Schon noch speziell, wie eine an sich banale Änderung einen richtigen Rattenschwanz hinter sich herziehen kann!
DehWeh
Beiträge: 31
Registriert: Do Jul 31, 2008 7:15 pm
StiTz: 707816

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von DehWeh »

Spontane Idee wäre irgendwas mit Einsatzfahrzeugen, die mit Sonderrechten unterwegs sind...?
GuyD
Erbauer
Beiträge: 1138
Registriert: So Jul 08, 2007 11:37 pm

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von GuyD »

Ist doch schon gelöst!
DehWeh
Beiträge: 31
Registriert: Do Jul 31, 2008 7:15 pm
StiTz: 707816

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von DehWeh »

Hoppla, sorry. Ich hatte irgendwie die letzten Beiträge übersehen bzw. vergessen weiterzublättern :roll: Termin beim Optiker ist gemacht :wink:
GuyD
Erbauer
Beiträge: 1138
Registriert: So Jul 08, 2007 11:37 pm

Eilmeldung: Kurioser Unfall in den Niederlande

Beitrag von GuyD »

Chrisiiii
Erbauer
Beiträge: 171
Registriert: Mi Aug 22, 2018 10:09 am
StiTz: 740547

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von Chrisiiii »

Joa, die bremsung ist zwar etwas zu weit vorne, aber die Flosse kann was^^
A- und Z Designer Merxferri

Aktuelle Projekte in Merxferri:Querhorster Kreuz

Hier könnte Ihre Werbung stehen.
GuyD
Erbauer
Beiträge: 1138
Registriert: So Jul 08, 2007 11:37 pm

Provisorische Bahnhöfe.

Beitrag von GuyD »

Eine Schweizer Spezialität (und sicher auch anderswo) ist das sogenannten Providurium. Ein Kofferwort bestehend aus Provisorium und "dure", dem schweizerdeutschen Wort für dauern. Gemeint sind damit provisorische Einrichtungen, die sich viel länger halten, als geplant. In der Schweiz gab es zwei solche Bahnhöfe. Lausanne Chesseron an der Chemin de Fer Lausanne-Échallons-Bercher (LEB) und Zürich Selnau der Sihltal-Zürich-Üetlibergbahn (SZU). Beiden gemeinsam ist, dass sie die am damaligen Stadtrand gelegene Endstation der Bahn waren, man aber von Anfang an einen Weiterbau Richtung Zentrum plante und darum nur provisorische Endbahnhöfe erstellte. Nur dass diese Weiterführung halt auf sich warten liess. Bei beiden Bahnhöfen dauerte es über 120 Jahre, bis es endlich soweit war. Bei beiden war durch die inzwischen gewachsene Stadt nur noch eine unterirdische Linienführung möglich, was zu einem Abriss der provisorischen Bahnhöfen führte. Bei der SZU hatte dieses Warten auf die Verlängerung zudem noch ein Eisenbahnkuriosum zur Folge, welches später auch mal noch hier auftauchen wird.

Doch im Berner Oberland, genauer gesagt in Brienz, konnte man das noch toppen! Dort baute man einen Bahnhof auf Vorrat, den man dann prompt nicht benötigte! Die Jura-Bern-Luzern Bahn (JBL) eröffnete 1888 die meterspurige Brünigbahn. Zu Beginn stellte sie ein Inselnetz dar, da sie nur zwischen Alpnachstad und Brienz verkehrte. Von und nach Luzern bzw. Interlaken mussten die Passagiere das Dampfschiff benutzen. Das war für die Bahn unbefriedigend, und schon ein Jahr später ging die Verlängerung nach Luzern in Betrieb. Ein Jahr später wurde die JBL und damit auch die Brünigbahn von der Jura-Simplon Bahn (JS) übernommen. Mit der Verstaatlichung der Bahnen gelangte die Brünigbahn zur neugegründeten Schweizer Bundesbahnen SBB und wurde deren einzige schmalspurige Strecke. Diese machten sich nun daran, die noch vorhandene Lücke zwischen Brienz und Interlaken zu schliessen. Doch dies führte zu mehreren Intressenkonflikten. So stritt man sich u.A. über die Spurweite. Die SBB wollten die Strecke normalspurig bauen und gleichzeitig den flachen und nur wenige, dazu noch langgezogene, Kurven aufweisenden Abschnitt Brienz - Meiringen umspuren. Die Berner hingegen wollten die Schmalspur beibehalten, damit weiterhin direkte Züge in die Innerschweiz möglich waren. Schliesslich einigte man sich auf einen gutschweizerischen Kompromiss: Die Strecke wurde normalspurig gebaut, aber die Linienführung, Brücken und Tunnels wurden in einem normalspurigen Profil erstellt um eine allfällige spätere Umspurung nicht auszuschliessen. Streit gabe es auch um die Linienführung in Brienz. Die SBB wollten die Linie offen führen, die Brienzer forderten einen Tunnel. Nicht wegen der Aussicht oder dem Lärm, nein wegen dem Brandschutz! Das ganz aus Holzhäusern bestehende Dorf war schon mehrmals niedergebrannt, vor allem der häufig dort sehr stark blasende Föhn war da ein grosses Problem. Apropos: Auch heute noch gilt in dieser Gegend bis heute bei Föhn ein absolutes Verbot von offenen Feuern! Mit Unterstützung der lokalen Politiker setzten sich die Brienzer schliesslich durch. Doch die SBB hatten, in fester Überzeugung Recht zu bekommen, schon einen neuen Bahnhof im Ortszentrum gebaut! Dieser wurde durch die Tunnellösung überflüssig und beherbergt heute ein Blumengeschäft. Soviel ich weiss musste die Gemeinde Brienz als Teil für die von ihnen gewünschte Lösung diese Immobilien käuflich erwerben.
PoFraBoPil
Beiträge: 15
Registriert: Mi Mai 13, 2020 12:00 am

Re: Provisorische Bahnhöfe.

Beitrag von PoFraBoPil »

GuyD hat geschrieben: Mi Nov 11, 2020 3:08 pm Schliesslich einigte man sich auf einen gutschweizerischen Kompromiss: Die Strecke wurde normalspurig gebaut, aber die Linienführung, Brücken und Tunnels wurden in einem normalspurigen Profil erstellt um eine allfällige spätere Umspurung nicht auszuschliessen.
Da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen, die Strecke sollte meterspurig gebaut werden.
GuyD
Erbauer
Beiträge: 1138
Registriert: So Jul 08, 2007 11:37 pm

Re: GuyD's Kuriositätenkabinett der Eisenbahn

Beitrag von GuyD »

Da hast du natürlich Recht!
Antworten