Private Bahnen in Schieflage

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floflo
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Re: Private Bahnen in Schieflage

Beitrag von floflo »

HorstSchlaemmer hat geschrieben: Mi Feb 03, 2021 10:23 am Wenn ihr mit dem Bus zur Arbeit fahren möchtet, dann schließt euch doch zusammen und fragt mal nach einer entsprechenden Verbindung nach.
Tja, bei uns schlägt man seit Jahren auf einigen Linien immer wieder Verbesserungen vor, es passiert aber nichts, da kein Geld zur Verfügung bzw. nicht genügend Busse/Busfahrer (und hier werden schon alle Busunternehmen der Region als Subunternehmer eingesetzt). Wobei, doch, es gab mal Verbesserungen. Wir hatten plötzlich Mo-Fr in den Ferien einen stabilen Zweistundentakt mit einzelnen Verstärkern auf einen Stundentakt. Das bringt aber während der Schulzeit (eigentlich nur auf Schüler und Pendler ausgerichtet) und am Wochenende (sage und schreibe 3 Busse pro Tag und Richtung) nichts. Und in anderen Teilen des Landkreises fahren bis 22/23 Uhr noch Busse auf die Dörfer (die aber halt im direkten Einzugsgebiet der Eisenbahnstrecke liegen) oder wurden sogar "Nachtbusse" eingeführt (1-2 Busse rund um 23-2 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag). Da war unser letzter Bus um 19 Uhr herum meilenweit entfernt von. Ich hatte ja Hoffnung, dass mit Inbetriebnahme der Breisgau-S-Bahn 2020, auch das Angebot drumherum etwas gebessert wird. Schließlich fahren jetzt bis Mitternacht auch Busse auf dem Streckenzweig, wo zuvor um 20 Uhr der letzte Zug fuhr. Ähm.... nö. Die Busse fahren da munterlustig die Strecke ab, haben aber keinerlei Anschlüsse in die umliegenden Dörfer und Gemeinden und bedienen damit rein nur die Orte entlang der Bahnstrecke. Und dann wundert man sich, wieso keiner damit fährt (der letzte Zug war damals schon immer recht leer, weil nur ein einziger Anschluss an einem der Bahnhöfe) :roll:

Also: zusammenschließen und anfragen kann man zwar machen, aber ob was passiert ist immer noch die Frage...
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revier
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Re: Private Bahnen in Schieflage

Beitrag von revier »

HorstSchlaemmer hat geschrieben: Mi Feb 03, 2021 10:23 am Hallo revier,

so einfach könnt ihr Autofahrer es euch nicht nicht machen. Warum ist denn der Nachverkehr in einigen Regionen so ausgedünnt und teuer? Weil er von euch nicht genutzt wird. Würde der Nahverkehr in Deiner Region proppe voll sein, könnte man aus einer Fahrt pro Stunde 2 Fahrten oder mehr Fahrten pro Stunde machen. Und genau so funktioniert eine Verkehrsplanung nun mal auch. Genau so verhält es sich mit dem Preis. Nutzten in einem Verkehrsverbund 200 Millionen Kunden pro Jahr diesen statt 100 Millionen so könnten die Kosten auf doppelt so viele Kunden verteilt werden und das Angebot entsprechend verbessert werden. Die Konsequenz also wäre ein besseres Angebot und ein güstigerer Preis. Ihr Autofahrer seid also mit der grundsätzlichen Nichtnutzung des ÖPNV sebst an der Misere schuld und dürft dies weder der Politik noch einem Verkehrsverbund in die Schuhe schieben.
Wer die Verkehrswende und die Umwelt schützen will, der findet auch einen Weg dazu. Wenn ihr mit dem Bus zur Arbeit fahren möchtet, dann schließt euch doch zusammen und fragt mal nach einer entsprechenden Verbindung nach. Dieses Gejammer und beschimpfen des ÖPNV kann ich nicht mehr hören.

Ich fahre seit 10 Jahren kein Auto mehr sondern nur noch Bus und Bahn und das wesentlich GÜNSTIGER & ENTSPANNTER.

Gruß
Horst
Hallo HorstSchlaemmer,

also nach deiner Aussage zu Urteilen sind nun wir Auto Fahrer an allem Schuld das der Nah Verkehr völlig unflexibel und viel zu teuer ist, denn würden mehr mit dem Nahverkehr fahren währe dieser ja schließlich günstiger und vermutlich würden dann sogar 2 Buse die Stunde fahren.

Sorry aber das ist Bullshit, die Busse hier sind in der Regel um 6 - 7 und 8 Uhr Voll - Halbvoll und Voll genauso wie um 13 - 14 - 15 Uhr Halbvoll - Voll - Halbvoll und trotzdem werden nicht mehr Buse eingesetzt auch wenn diese zum Bersten voll sind. Abgesehen davon nützt es auch überhaupt nichts wenn ich aus einem Bus, zwei oder drei Busse die Stunde mache der gewillte Arbeitnehmer dadurch trotzdem nicht zu seinem Arbeitsplatz kommt und zwar dann wann die Schichten beginnen oder nach Hause wenn diese Enden, sondern teilweise noch Stundenlang auf einen Anschluss warten muss oder wie in meinem Bsp. Sonntags die Qual der Wahl hat entweder laufen oder eben erst um kurz vor 11 - 12 zuhause zu sein.

Fakt ist aber auch man kann und sollte nicht immer alles auf die Bösen Bösen Autofahrer schieben getreu dem Motto ihr seit doch dran schuld das der Nahverkehr so kacke ist.

Denn und das wirst du jetzt sicher nicht gerne lesen aber nein das sind wir nicht. Denn der Nahverkehr ist nicht so scheiße weil wir mit dem Autofahren sondern wir fahren mit dem Auto weil der Nahverkehr so scheiße ist.

Schon vor 8 Jahren als ich aus Beruflichen Gründen überhaupt in die Gelegenheit kam meinen Führerschein zu machen musste ich Pendeln, Morgens hin und Abends wieder zurück die Fahrschule wo ich meine Ausbildung machte war 25 Kilometer mit dem Auto entfernt von meinem Wohnort näher gab es nichts. Das hieß aber nicht das es auch mit dem Bus 25 Kilometer waren, so fuhr ich Morgens erstmal 20 Kilometer zum nächsten Bahnhof um dann nochmal 30 Kilometer in die Stadt zu fahren, um da in den letzten Bus für die 15 Kilometer zur Fahrschule zu steigen. In der Zeit wo ich noch keinen Führerschein hatte hieß es also Morgens um 04:30 Uhr aufstehen um 5:15 Uhr den Bus nehmen um 7:45 Uhr war ich bei besagter Fahrschule nach 2 mal umsteigen für 25 Kilometer also sage und Schreibe 2:30 später und das alles nur weil der Nahverkehr nicht 25 Kilometer direkt fuhr sondern 65 Kilometer über Umwege aber gut es ging nicht anders.

Wenn ich Abends nach dem Theorie Unterricht wieder nach Hause wollte nahm ich den letzten Zug um 21:15 und war nur weil es nicht anders ging und in Ermangelung an Verbindungen um 22:30 wieder zu hause weil meine Frau mich vom 20 Kilometer entfernten Bahnhof abholen musste sonst wär ich da nämlich gestrandet.

Nach dem ich den Führerschein dann hatte, hieß es Morgens um 06:30 aufstehen um kurz nach 7 Uhr los und um 7:45 Uhr bei besagter Fahrschule für die Ausbildung, der Rückweg war entsprechend genauso kurz und ich hatte noch Zeit für den Tag zum einkaufen oder für Hobbys und Freizeit.

Heute bin ich das erste mal seit langem mal wieder Bus gefahren mit meiner Frau zusammen in Ermangelung eines Autos blieb uns nichts anderes übrig denn Sie musste zum Arzt und wollte nicht alleine Fahren. Der Spaß hat uns 17,60 Euro gekostet für Zwei Personen hin und zurück, wir waren 4 Stunden unterwegs Hin und Zurück und wäre einer unserer Anschluss Buse auch nur ein paar Minuten später gekommen oder hätten die beim Arzt etwas länger gebraucht, wären aus 4 Stunden 5 oder 6 Stunden geworden und das für Sage und Schreibe 5 Kilometer die wir mit dem selbigen in 7 Minuten zurück gelegt hätten, hätten wir ein Auto vor der Tür gehabt. In Ermangelung dessen waren es mit dem Bus 1:30 Stunde jeweils Hin und Zurück und 28 Kilometer.

Was ich damit sagen wollte ist, die Leute die sowas Planen und entscheiden wann welcher Bus wohin fährt und warum, fahren in den aller seltensten Fällen selber mit Bus und Bahn und haben Null Plan wie es ist für so ne Strecke mal eben deutlich länger zu brauchen. Denn mal angenommen hier würde der Bus nur alle zwei Stunden nicht Regulär fahren sondern in besagte Ortschaft wo der Arzt meiner Frau sitzt und der von vielen anderen älteren Menschen auch ist nämlich der einzige davon hier in der Region würde dem Bus Unternehmen kein Zacken aus der Krone brechen aber es ist nicht gewollt da fährt man lieber mit einem Leeren Bus Kilometerweit Spazieren.

Gruß Revier
Martinytcn
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Re: Private Bahnen in Schieflage

Beitrag von Martinytcn »

floflo hat geschrieben: Mi Feb 03, 2021 1:49 pm Ich hatte ja Hoffnung, dass mit Inbetriebnahme der Breisgau-S-Bahn 2020, auch das Angebot drumherum etwas gebessert wird. Schließlich fahren jetzt bis Mitternacht auch Busse auf dem Streckenzweig, wo zuvor um 20 Uhr der letzte Zug fuhr. Ähm.... nö. Die Busse fahren da munterlustig die Strecke ab, haben aber keinerlei Anschlüsse in die umliegenden Dörfer und Gemeinden und bedienen damit rein nur die Orte entlang der Bahnstrecke.
Ich möchte kurz mal dort ansetzen, da ich selber aus der Region komme. Der RVF (Regional-Verkehrsverbund Freiburg) hat zusammen mit dem Land Baden Württemberg und deren Nahverkehrsgesellschaft das Projekt "Breisgau S-Bahn" ins Leben gerufen. Die ursprüngliche Planung sah dabei aber auch vor, dass der Busverkehr umgeplant und neu gestaltet wird. Da aber die Bahn schonmal den ersten Kostenrahmen sprengte, erfolgte daraus ein stufenweiser Ausbau des Projektes. Hierbei kommt leider Gottes zum Schluss der Busverkehr. Der RVF würde ja gerne mehr und vor allem bessere Busverbindungen anbieten, aber dafür fehlt zur Zeit halt das Geld und auch die notwendige Infrastruktur, da nämlich auch nicht alle Haltestellen an den Knotenpunkten dementsprechend ausgebaut sind, dass man mehr Busse einsetzen kann, die dann auch zuverlässig fahren. Angemerkt sei: Nicht jeder Zweckverband stellt da so ein Projekt auf und will was verändern und will es trotz hoher neuen Kosten es weiter durchziehen.


Nun zum Thema, dass es nicht an der Politik liegt sondern an den Autofahrer...
Nein, das ist Schwachsinn. Der ÖPNV kann nur dann genutzt werden, wenn auch das entsprechende Angebot da ist. Das ist sehr oft nicht der Fall. Besonders auf dem Land kann man nicht von einer Busverbindung abhängig sein, die jeder Stunde einmal fährt. Je nach länge der Fahrt gehen da schonmal gut und gerne 1 bis 2h min. verloren. Das summiert sich in der Woche und das Auto ist da nur die Alternative, weil es teilweiße gerade mal ein viertel der Zeit in Anspruch nimmt, klar kommt es dann zu Verstopfungen der Straße und ich bin auch kein Freund von Straßenausbauten, aber der Autofahrer trägt dafür keine Schuld. Viel mehr muss das Angebot angepasst werden, sodass es sich eher Lohnt mit dem Bus und Zug zu fahren als mit dem Auto von A nach B zu fahren. Es muss eindeutig mehr Geld für en ÖPNV ausgegeben werden als für eine Vierspurige Bundesstraße, die nur wegen eines nicht funktionierenden ÖPNV so belastet ist und da sehe ich eindeutig die Politik in ihrer Verantwortung und dafür müssen so manche Gemeinde-, Stad-und Kreisräte sowie Land- und Bundestagsabgeordnete mal in Bewegung kommen und nicht immer nur uns hier was erzählen für die Wahlen um es danach wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen
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