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Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mo Apr 06, 2026 12:55 pm
von jkempf
Hallo zusammen,
ich möchte das Thema Stellwerke noch einmal ausführlicher und differenzierter zur Diskussion stellen, da ich in den vergangenen Wochen einige Beobachtungen gemacht habe, die aus meiner Sicht erhebliches Verbesserungspotenzial aufzeigen.
In den letzten Tagen und Wochen habe ich mir gezielt die im System vorhandenen Stellwerke näher angesehen und dabei einen systematischen Vergleich mit realen Vorbildern vorgenommen. Das Ergebnis ist leider ernüchternd: Ein sehr großer Teil der dargestellten Stellwerke entspricht in wesentlichen Punkten nicht der tatsächlichen Realität. Dabei geht es nicht nur um kleinere Abweichungen oder vereinfachte Darstellungen, sondern teilweise um grundlegende Unterschiede in Aufbau, Funktionalität und Bedienlogik.
Bereits im November letzten Jahres hatte ich hierzu Kontakt mit einem verantwortlichen Teammitglied aufgenommen, das an der Konzeption eines entsprechenden Stellwerks beteiligt war. In diesem Austausch wurde mir mitgeteilt, dass die Stellwerke bewusst so gestaltet werden, dass Nutzer „etwas drücken können“, also primär auf Interaktion und Spielbarkeit ausgelegt sind – nicht auf realitätsnahe Abbildung.
Grundsätzlich ist ein gewisser Grad an Vereinfachung in einem solchen System nachvollziehbar und in vielen Fällen auch notwendig. Dennoch sehe ich hier ein zentrales Problem: Den Nutzern wird aktuell der Eindruck vermittelt, es handele sich um realitätsnahe oder sogar realistische Darstellungen, obwohl dies faktisch nicht zutrifft. Gerade für interessierte Nutzer oder solche mit fachlichem Hintergrund kann dies zu einem falschen Verständnis der tatsächlichen Abläufe im Eisenbahnbetrieb führen.
Aus meiner Sicht gibt es hier zwei sinnvolle und faire Lösungsansätze:
1. Klare Transparenz:
Die bestehenden Stellwerke werden deutlich und unmissverständlich als vereinfachte oder fiktive Darstellungen gekennzeichnet. Dadurch wird vermieden, dass Nutzer diese als realitätsgetreu interpretieren.
2. Erhöhung der Realitätsnähe:
Alternativ (oder ergänzend) könnte man mittelfristig daran arbeiten, die Stellwerke stärker an reale Vorbilder anzulehnen – sowohl in der Struktur als auch in der Bedienlogik. Dies würde nicht nur die Qualität des Systems deutlich steigern, sondern auch den Lern- und Simulationswert erheblich erhöhen.
Ich bin mir bewusst, dass eine vollständige Realitätsabbildung mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Dennoch sollte zumindest das Ziel sein, entweder Transparenz zu schaffen oder die Umsetzung schrittweise zu verbessern.
Mich würde interessieren, wie andere das Thema sehen – insbesondere auch diejenigen mit praktischer Erfahrung im Bereich Stellwerke oder Eisenbahnbetrieb.
Viele Grüße
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mo Apr 06, 2026 2:31 pm
von Chris135
Was sind denn konkrete Ungenauigkeiten oder Abweichungen, die du meinst? Ohne die zu kennen lässt sich das ganze nur schlecht diskutieren...
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mo Apr 06, 2026 4:10 pm
von floflo
Ich zitiere von der Infoseite (
https://www.stellwerksim.de/info.php):
Das Design der Stellwerke orientiert sich häufig an den realen Gegebenheiten. Verschiedene Faktoren machen es aber immer nötig, von diesen Gegebenheiten abzuweichen. In dieser Stellwerksimulation steht u. a. der gemeinsame Spielspaß im Vordergrund und es werden grundlegende Zusammenhänge der Eisenbahntechnik dargestellt. Aus diesen Gründen ist dieses Angebot keine Lernsoftware für das Steuern realer Stellwerke.
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Di Apr 07, 2026 2:22 pm
von Flowie
Ich wüsste nicht, was es da zu diskutieren gibt. Ich bin selbst langjähriger Eisenbahner im ausführenden Betriebsdienst und ebenso langjähriger Nutzer von STS.
Jeder, der die Angebote dieser Seite nutzt und über ein wenig Intelligenz verfügt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hier um ein Angebot handelt, Stellwerksbetrieb zu simulieren, OHNE dem Anspruch gerecht zu werden, dies 100% realitätsnah zu gewährleisten. Und darum geht es hier auch nicht - es geht darum, ein gemeinsames Hobby umsetzen zu können. Miteinander spielerisch zu "arbeiten", vielleicht Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.
Es gibt hier kein zentrales Problem und es sind auch keine Lösungsansätze erforderlich. Kein interessierter Nutzer und schon gar kein Nutzer mit fachlichem Hintergrund wird davon ausgehen, dass es hier in der Simulation so zugeht wie im echten Alltag an und auf den Schienen. Und für die anderen wenigen User wäre mein Vorschlag, ein großes Warnschild auf die Startseite zu installieren: REALITÄTSFAKTOR ENTSPRICHT NICHT 100%.
Aus meiner Sicht, werter JKEMPF: Entweder akzeptierst du die Simulation hier so, wie sie ist. Oder du suchst dir eine Alternative, in der es nicht um Spaß und Zusammengehörigkeit geht, sondern einzig allein um Realität.
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Di Apr 07, 2026 8:10 pm
von Maxx
Flowie hat geschrieben: Di Apr 07, 2026 2:22 pm
Ich wüsste nicht, was es da zu diskutieren gibt. Ich bin selbst langjähriger Eisenbahner im ausführenden Betriebsdienst und ebenso langjähriger Nutzer von STS.
Jeder, der die Angebote dieser Seite nutzt und über ein wenig Intelligenz verfügt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hier um ein Angebot handelt, Stellwerksbetrieb zu simulieren, OHNE dem Anspruch gerecht zu werden, dies 100% realitätsnah zu gewährleisten. Und darum geht es hier auch nicht - es geht darum, ein gemeinsames Hobby umsetzen zu können. Miteinander spielerisch zu "arbeiten", vielleicht Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.
Es gibt hier kein zentrales Problem und es sind auch keine Lösungsansätze erforderlich. Kein interessierter Nutzer und schon gar kein Nutzer mit fachlichem Hintergrund wird davon ausgehen, dass es hier in der Simulation so zugeht wie im echten Alltag an und auf den Schienen. Und für die anderen wenigen User wäre mein Vorschlag, ein großes Warnschild auf die Startseite zu installieren: REALITÄTSFAKTOR ENTSPRICHT NICHT 100%.
Aus meiner Sicht, werter JKEMPF: Entweder akzeptierst du die Simulation hier so, wie sie ist. Oder du suchst dir eine Alternative, in der es nicht um Spaß und Zusammengehörigkeit geht, sondern einzig allein um Realität.
Dem ist nichts hinzuzufügen außer vielleicht einer klitzekleinen Anmerkung:
Dieses Angebot ist kostenlos - realistische Stellwerksimulationen kosten Euronen!
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mi Apr 08, 2026 10:25 am
von Buxtehuder
Dies würde nicht nur die Qualität des Systems deutlich steigern, sondern auch den Lern- und Simulationswert erheblich erhöhen.
stellwerksim.de ist
KEIN!!! Lern- bzw Ausbildungsprogram, es ist ein Spiel rein zur Unterhaltung. Genauso wie die ganzen Eisenbahnsimulationen, so realistisch sie auch ausgearbeitet sein mögen, den Nutzer nicht zum Lokführer qualifizieren...
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mi Apr 08, 2026 9:54 pm
von Vindoriel
Buxtehuder hat geschrieben: Mi Apr 08, 2026 10:25 amGenauso wie die ganzen Eisenbahnsimulationen, so realistisch sie auch ausgearbeitet sein mögen, den Nutzer nicht zum Lokführer qualifizieren...
... zumindest, wenn man Zusi 3 Professional außer Acht lässt (welches man ohnehin nicht für den Heimgebrauch bekommt, sondern nur als EVU oder Ausbildungsunternehmen/-institutionen). Selbst Prüfungsfahrten werden damit gemacht, weil man Störungen gezielt simulieren kann, ohne den restlichen Verkehr zu beeinträchtigen (gerade auf Strecken wie Hamburg - Hannover würde man sich sonst viel "Freunde" machen, wenn der Prüfer z.B. das Verhalten bei einem LZB-Ausfall sehen will).
Und realistisch (für den Heimgebrauch) ist im deutschsprachigem Raum ohnehin nur Zusi 3 Hobby (logisch, ist ein "Abfallprodukt" der Ausbildungssoftware), der Rest ist zum Großteil eher Simcade oder gar Arcade (Train Sim World als Beispiel strotzt nur so von Fehlern, da sind bei HP0 + Sh1 gerne die 2000er und 500er PZB-Magnete aus und nicht selten wird auf Hp2 (gerade bei Zwischensignalen) rangiert, vom Spitze besetzen beim Schieben mal ganz zu schweigen).
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mi Apr 15, 2026 11:50 am
von GuyD
Eine realistische Simulation wäre mit unverhältnismässig hohem Aufwand verbunden. Sollen tatsächlich alle Typen von elektronischen Stellwerktypen und Drucktastenstellwerke der DB InfraGo umgesetzt werden? Und was machen wir mit mechanischen bzw. elektromechanischen Stellwerken? Raus werfen und so vielleicht sogar Lücken in die Strecken reissen?
Und damit wäre dann nur Deutschland abgedeckt! Den gleichen Aufwand sollen wir dann noch für alle anderen Länder hier in der Simulation treiben? Oder sollen die in eigene Projekte ausgelagert werden, womit aber das internationale Spielen auch wegfallen würde.
Apropos: Spielen ist das richtige Stichwort! Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, ist das eine Simulation zum Spielen, keine professionelle, wenn möglich sogar zu Ausbildungs- und Trainingszwecken verwendbare Anwendung. Ausserdem geschieht alles hier, von der Programmierung bis zur Erstellung der Inhalte, auf rein freiwilliger Basis. Viele Menschen opfern hier zig Stunden ihrer kostbaren Freizeit damit die Spieler in derselben eine schöne Zeit haben könnt. Wir sind wahrhaftig "free to play", ganz ohne kommerzielle Hintergedanken. Sowas wie Abomodelle oder gar "pay to win" (Wobei, gewinnen kann man ja eigentlich gar nicht, es ist ja kein kompetitives Spiel, ganz im Gegenteil!) waren und sind auch, zumindest momentan, kein Thema. Spenden zur Deckung der laufenden Unkosten (vor allem der Betrieb des Servers) sind natürlich jederzeit sehr willkommen!
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Sa Apr 25, 2026 4:37 pm
von jkempf
Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen – ich glaube, hier zeigt sich sehr gut, wo die unterschiedlichen Sichtweisen liegen.
Mir ist völlig bewusst, dass es sich bei stellwerksim.de um ein Hobby handelt und nicht um eine Ausbildungssoftware. Das habe ich auch nie in Frage gestellt. Ebenso ist mir klar, dass eine 100 % realitätsnahe Umsetzung weder praktikabel noch zielführend wäre – insbesondere bei der Vielzahl an Stellwerkstypen und internationalen Besonderheiten.
Mein Punkt zielt in eine etwas andere Richtung:
Es geht mir nicht darum, aus der Simulation ein professionelles Ausbildungstool zu machen, sondern um die Diskrepanz zwischen „Anlehnung an reale Gegebenheiten“ und der tatsächlichen Umsetzung in einzelnen Stellwerken. Vor allem bei Stellwerken im Knoten wie Frankfurt Hbf, FZF Mitte, FZF Süd, Frankfurt Süd, Forsthaus Louisa, Köln, Karlsruhe Hbf, Bruchsal1, Bruchsal2, Stuttgart Hbf, Bad Cannstatt, Plochingen und und und sollten schon der Realität entsprechen. Bei kleineneren Blockstellen etc. sehe ich den Sinn ja ein, das sinnvoll zusammenzufassen. Hier könnte man ja z.B. Mechanische Stellwerke auf ein Spurplan Dr60 überführt werden oder in ein ESTW.
Gerade weil sich das System optisch und konzeptionell an realen Stellwerken orientiert, entsteht – zumindest aus meiner Sicht – bei manchen Nutzern durchaus der Eindruck, dass die Abläufe zumindest grundsätzlich der Realität entsprechen. Und genau an dieser Stelle sehe ich ein gewisses Spannungsfeld. Ich meine ich bin selber Fahrdienstleiter auf mehreren Stellwerken und dementsprechend an der Thematik dran.
Ich halte es deshalb weiterhin für sinnvoll, einen der beiden folgenden Wege klarer zu verfolgen:
- Entweder eine deutlichere Kommunikation nach außen, dass es sich um bewusst vereinfachte bzw. abstrahierte Darstellungen handelt
- oder eine schrittweise Annäherung an reale Bedienlogiken dort, wo es mit vertretbarem Aufwand möglich ist
Beides schließt sich ja nicht aus. Aber dieses grundlegende dagegenschießen finde ich sehr schade und fraglich.
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, die bestehende Arbeit oder das Engagement der Beteiligten zu kritisieren – im Gegenteil: Dass hier ein kostenloses und so umfangreiches System betrieben wird, ist alles andere als selbstverständlich.
Ich wollte lediglich einen Denkanstoß geben, ob und wie man den Spagat zwischen Spielbarkeit und Realitätsnähe künftig noch etwas transparenter oder konsistenter gestalten könnte.
Viele Grüße
Julian
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Sa Apr 25, 2026 5:34 pm
von Chris135
jkempf hat geschrieben: Sa Apr 25, 2026 4:37 pm
Entweder eine deutlichere Kommunikation nach außen, dass es sich um bewusst vereinfachte bzw. abstrahierte Darstellungen handelt
Ich persönlich finde, dass der spielerische Aspekt schon recht deutlich vermittelt wird. So findet sich auf der Startseite folgender Satz:
https://www.stellwerksim.de/index.php hat geschrieben:Im Online-Modus
spielt man zusammen mit anderen
Spielern gleichzeitig, dabei kann jedes Stellwerk in jeder
Spielinstanz nur einmal besetzt werden.
(Markierungen durch mich)
Und klickt man auf "Infos", um mehr über dem Sim zu erfahren, liest man folgendes:
https://www.stellwerksim.de/info.php hat geschrieben:Das Design der Stellwerke orientiert sich häufig an den realen Gegebenheiten. Verschiedene Faktoren machen es aber immer nötig, von diesen Gegebenheiten abzuweichen. In dieser Stellwerksimulation steht u. a. der gemeinsame Spielspaß im Vordergrund und es werden grundlegende Zusammenhänge der Eisenbahntechnik dargestellt. Aus diesen Gründen ist dieses Angebot keine Lernsoftware für das Steuern realer Stellwerke.
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: So Apr 26, 2026 11:46 am
von Vindoriel
jkempf hat geschrieben: Sa Apr 25, 2026 4:37 pmBei kleineneren Blockstellen etc. sehe ich den Sinn ja ein, das sinnvoll zusammenzufassen. Hier könnte man ja z.B. Mechanische Stellwerke auf ein Spurplan Dr60 überführt werden oder in ein ESTW.
Ist doch längst der Fall. Ich nehme mal Nordharz (Region Salzgitter, Goslar, Bad Harzburg, Vienenburg, Wolfenüttel) als Beispiel, welches hier auf 2 Tische läuft. In Realität sind das viele kleine (und paar "größere") Stellwerke, die nach und nach auf ESTW umgebaut werden (bzw. worden sind) und aus (der BZ in) Göttingen gesteuert werden. Goslar war bis 2023 mechanisch (von 1908), in Ringelheim sind immer noch die Seile gespannt.
Im Prinzip ist hier das Spiel bereits in der Zukunft, nur halt als Drucktastenstellwerk anstatt ESTW.
https://stellwerke.info/stw/stw.php?id=12918
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: So Apr 26, 2026 3:46 pm
von Julo
jkempf hat geschrieben: Sa Apr 25, 2026 4:37 pm
Ich halte es deshalb weiterhin für sinnvoll, einen der beiden folgenden Wege klarer zu verfolgen:
- Entweder eine deutlichere Kommunikation nach außen, dass es sich um bewusst vereinfachte bzw. abstrahierte Darstellungen handelt
- oder eine schrittweise Annäherung an reale Bedienlogiken dort, wo es mit vertretbarem Aufwand möglich ist
Hallo, mir erschließt sich leider nicht, worauf deine Kritik abzielt. Was genau soll denn anders sein? Sind die Stellwerksbereiche zu groß oder zu klein zugeschnitten? Was meinst du mit "realen Bedienlogiken"? Mach doch bitte am konkreten Beispiel deutlich was anders, was besser gemacht werden soll.
Gruß Julo
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Di Apr 28, 2026 7:10 pm
von schyrsivochter
Ich kann natürlich nicht wissen, was OP denn genau meint, aber ich als durchaus an realer Stellwerkstechnik interessierter Laie könnte ein paar Punkte anbringen und würde mal vermuten, dass OP das ähnlich sieht:
- Stellbezirke sind im Mittel deutlich größer als in echten Relaisstellwerken, zumindest denen, wo nur ein einzelner Fdl arbeitet.
- Es gibt keine Durchrutschwege; Fahrwegelemente hinter dem Zielsignal werden niemals verschlossen oder auf Freisein geprüft.
- Flankenschutzweichen werden nie verschlossen (sie müssen zur Fahrstraßeneinstellung richtig liegen, lassen sich hinterher aber wieder umstellen); Flankenschutzraum wird nicht auf Freisein überwacht.
- Erlaubnisabgabe ist mit Anfrage und Abgabe pro Zug, statt dass die Erlaubnis immer bei genau einer Stelle liegt.
- Kennlichter gibt es nicht und Zugstraßen zwischen Hauptsignalen können beliebig kurz sein.
- Kein „Überdrücken“ (Einstellen von mehreren aufeinanderfolgenden Fahrstraßen mit einer einzelnen Start-Ziel-Bedienung).
- Keine Möglichkeit zum Sperren einzelner Weichen gegen Umstellen, oder der gesamten Weichenlaufkette.
- Keine Möglichkeit zum Haltstellen von Signalen vor einer Fahrstraßenhilfsauflösung.
- Rangierfahrten aus Abstellbereichen, Betriebswerken oder Industrieanschlüssen werden angenommen mit Erlaubnisabgabe werden wie Züge von einer eingleisigen Strecke bzw. Gegengleis, statt dass der Ww oder das Rangierpersonal anruft und hinterher auf eigene Faust ins Stellwerk einfährt.
- Auch größere Gütergleisgruppen sind immer nur als ebensolche Ein-/Ausfahrt repräsentiert, statt auf dem Stelltisch angedeutet, mit ggf. eingeschränkten Bedienmöglichkeiten (keine Gleisfreimeldung, ortsgestellte Weichen etc.)
Dazu kommen noch jede Menge Änderungen/Anpassungen an den Gleisplänen. Es werden schon mal Anlagen dazugedichtet (z. B. die Üst zwischen WR und WRHP im alten Stw Rostock), längst stillgelegte Anschlüsse oder Gleise weiter in Betrieb gelassen (z. B. WRSS Gl. 34–40 und Anschluss Schröder Gas, beide Stw Rövershagen), oder real existierende Gleise und Gleisverbindungen komplett weggelassen (z. B. Westkopf HS/Einfahrt von Richtung HGUE im Stw Wunstorf, Westkopf ABLZ).
Klar dient das alles dazu, dass neue Spieler gut in das Spiel reinkommen und auch erfahrene Spieler mehr Spaß am Sim haben. Und ich muss sagen, das funktioniert ziemlich gut; mir macht Stellwerksim auch nach 5 Jahren immer noch Spaß, selbst wenn ich mittlerweile realistischere Simulatoren kenne und auch öfters schon „echte“ Stellwerke (Lehrstellwerke) bedient habe. Ich sehe keinen großen Bedarf, die grundlegenden Funktionen auf Realismus umzukrempeln.
Allerdings bin ich geneigt, OP zuzustimmen in seiner Forderung nach mehr Transparenz. STS präsentiert sich direkt auf der Homepage mit: „Diese StellwerkSim simuliert ein klassisches Eisenbahn-Gleisbildstellwerk.“ und suggeriert damit meiner Meinung nach mehr Realismus, als es tatsächlich bietet. Insbesondere finde ich, dass darauf hingewiesen werden sollte, dass es sich um eine fiktive und vereinfachte Stellwerksbauform handelt – sie übernimmt Elemente aus westdeutschen (allgemeine Optik), ostdeutschen (Fahrstraßenspeicher) und ausländischen (Erlaubnis nur für einzelne Züge) Bauformen.
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Di Apr 28, 2026 7:26 pm
von DevonFrosch
Moin,
hm... ich sehe das Problem hier nicht. Der Großteil der Spieler, die den STS kennenlernen, werden noch nie zuvor von einem Durchrutschweg gehört haben, geschweige denn die Unterschiede zwischen den verschiedenen Stellwerksbauarten kennen. Diejenigen, die solche Unterschiede kennen, werden recht schnell erkennen, dass es sich um eine vereinfachte Mischung aus Bauarten handelt. Außerdem gibt es, außer ein wenig verlorener Zeit, keinen Schaden daraus, wenn einem das Spiel nicht gefällt - schließlich muss man kein Geld dafür bezahlen, wie bei fast allen anderen Simulationen.
Ich war schon früher kein Freund von den exzessiven Nachrichten à la "STS ist nicht die Realität", die aus solchen Beiträgen hervorgegangen sind, weil sie niemandem wirklich nützen. Nachfragen im Forum wird es nicht reduzieren - ich behaupte mal, es geht nicht um das Prinzip, sondern um den eigenen Heimatbahnhof (und ja, ich habe im Vorfeld bereits eine PN von jkempf zu "seinem" Stellwerk bekommen, mit der gleichen Argumentation). Alle anderen nervt oder verwirrt es nur.
Gruß,
DevonFrosch
Re: Ungenauigkeit von Stellwerken
Verfasst: Mi Apr 29, 2026 4:49 pm
von sflori
"Problem" ist auch ein sehr hartes Wort...
Aber wenn ich mir die Liste vom schyrsivochter durchlese, sehe ich da schon ein paar Möglichkeiten, den Funktionsumfang von stellwerksim noch zu erweitern. Feature-Requests.

Ansonsten macht das so schon sehr viel Spaß und die 2024er-Szenarien sind ein echter Zugewinn. Bin jetzt am 4. Mai genau 17 Jahre (oh gott...) dabei und spiele immer noch gerne mit.
Bye. Flo.